Bei der visuellen Beurteilung von Drucken oder Proofs fallen Farbabweichungen erfahrungsgemäß vor allem bei Grautönen auf.

Welche farbmetrischen Größen beschreiben am besten den visuellen Eindruck? Welche Toleranzgrenzen trennen gute von schlechten Ergebnissen? In der Normung gibt es noch keine speziellen Vorgaben für die Grauwiedergabe

Um eigene Erfahrungen für eine objektive Beurteilung zu sammeln, bietet MetaPrintCheck differenzierte Diagramme und eine umfassende messtechnische Auswertung.

Dabei stehen drei Praxisanforderungen im Mittelpunkt:

  • Buntgrau
  • Echtgrau
  • Graubalance

Die Beurteilung einzelner Messpunkten reicht nicht aus, um alle störenden Effekte der Grauwiedergabe zu erfassen (Schillern, d.h. je nach Helligkeitsstufe anderer Farbstich). MetaPrintCheck bewertet deshalb Graufelder unterschiedlicher Helligkeit.

Screenshot Grauwiedergabe1

Die beiden ersten Diagramme zeigen jeweils die Farkoordinaten a* und b* in Abhängigkeit von der Helligkeit L*.

Rechts daneben (in dieser Abbildung darunter) steht die Darstellung zweier Parameter, die als Messlatte für die Beurteilung von Farbabweichungen bei der Grauwiedergabe in Frage kommen:
Bunttondifferenz ∆H*
Bunttonwinkeldifferenz ∆h*

Screenshot Grauwiedergabe2

Der Soll-/Ist-Vergleich der Buntgraufelder dient vornehmlich zur Prüfung der Farbverbindlichkeit von Proofs sowie der Qualitätsbeurteilung von Drucken.

Qualitätskriterium ist der Farbunterschied zwischen Ist- und Sollwerten, typischerweise den Buntgrau-Farborten aus einer Farbcharakterisierungsdatei (bspw. FOGRA39).

Screenshot Grauwiedergabe3

Der Soll-/Ist-Vergleich von Echtgrau ist zur Beurteilung der bei Digitalproofs häufig problematischen Wiedergabe von Grautönen prädestiniert, die im Druck ausschließlich mit der Druckfarbe Schwarz erzielt werden (Schillern, Farbstich bei Digitalproofs).

Screenshot Grauwiedergabe4

Graubalance
Der Vergleich von Echtgrau- (k) und Buntgraufeldern (cmy) ist als Hilfsmittel zur Prozesskontrolle im Auflagendruck vorgesehen.

Idealerweise sehen Buntgrau und Echtgraufelder paarweise gleich aus.

Voraussetzung sind spezielle Keile (‚GrayCon‘) deren Buntgraufelder ausgabespezifisch aus den Farborten gleich heller Schwarzfelder ermittelt wurden (GreyCondition nach ISO 12647-2:2004).